Die Narr­hal­le bro­delt – Auszug Westerwälder Zeitung

Donnerstag, 15. Januar 2026, Westerwälder Zeitung / Lokales
Spektakuläre Tänze standen auf dem Programm. Foto: Christel Schwaderlapp
När­ri­sche Rit­ter Wes­ter­wald be­geis­ter­ten in Haus Her­gispach in Hersch­bach

Hersch­bach. Vor Kur­zem luden die När­ri­schen Rit­ter Wes­ter­wald zur 35. Her­ren­sit­zung ins Haus Her­gispach nach Hersch­bach ein. Schon beim Ein­marsch des El­fer­rats habe es die Gäste nicht mehr auf ihren Sit­zen ge­hal­ten, be­rich­ten die När­ri­schen Rit­ter: „Be­glei­tet von den Wes­ter­wald­ster­nen des Tanz­corps Blau-Weiß Ucke­rath und mu­si­ka­lisch un­ter­stützt von der Haus­band Kölsch Club, sprang der Funke so­fort über. Die Her­ren im Saal waren text­si­cher, stimm­ge­wal­tig und bes­tens auf­ge­legt.“ 
Erst­mals mo­de­rier­te der neue Sit­zungs­prä­si­dent Phil­ipp Kuhl­mann das Pro­gramm und for­der­te die Gäste dazu auf, für ei­ni­ge Stun­den den All­tag vor der Tür zu las­sen. Wie immer kün­dig­te ein Burg­fräu­lein in ver­schie­de­nen auf­rei­zen­den Out­fits die ein­zel­nen Pro­gramm­punk­te an.
Den red­ne­ri­schen Auf­takt über­nahm Aus­bil­der Schmidt in oliv­far­be­ner Uni­form. Für die Wehr­pflicht in Deutsch­land sieht er schwarz. Bei dem vor­han­de­nen „Ma­te­ri­al“ gebe es nur „Mim­im­i­mis und Lu­schen“. Aber auch gute Nach­rich­ten hatte er parat: In Deutsch­land leben über 17.000 Hun­dert­jäh­ri­ge. Die Frage sei nur, was sie noch spie­len sol­len, da auf den Ver­pa­ckun­gen immer nur von 0 bis 99 Jah­ren die Rede ist.
Für einen ers­ten tän­ze­ri­schen Hö­he­punkt sorg­ten die Sugar Girls aus dem Kreis Eus­kir­chen. Unter dem Motto „Space Train – One Way Ti­cket ins Un­be­kann­te“ en­ter­ten sie die Bühne und nah­men das Pu­bli­kum mit auf eine ra­san­te Reise. Mit einer gro­ß­ar­ti­gen Per­for­mance, spek­ta­ku­lä­ren Wür­fen und akro­ba­ti­schen Ein­la­gen er­ober­ten sie die Her­zen der Män­ner im Sturm. Es folg­ten die Hed­de­mer Twix mit ihrer ide­en­rei­chen Zwer­gen-Show. In ra­sant schnell wech­seln­den Out­fits par­odier­ten sie be­kann­te Künst­ler mit deren Hits wie „Y.M.C.A. oder „Über den Wol­ken“.
Thors­ten Bär, be­kannt als „Uwe – der Kreis­li­ga­trai­ner“, be­rich­te­te unter an­de­rem von sei­nem Be­such auf der Ree­per­bahn. Beim Be­zah­len über­reich­te er der Dame Mo­no­po­ly­geld. Auf ihre ent­setz­te Frage ant­wor­te­te er tro­cken: „Fal­sche Tit­ten, fal­sches Geld.“ 
Zum zwei­ten Mal an die­sem Tag zogen die Wes­ter­wald­ster­ne von Blau-Weiß Ucke­rath ein. Mit 48 Tän­ze­rin­nen und Tän­zern be­geis­ter­ten sie er­neut: Gar­de­tanz in höchs­ter Per­fek­ti­on, Würfe bis unter die Decke und drei­fa­che Sal­tos raub­ten dem Pu­bli­kum sprich­wört­lich den Atem. Zur Krö­nung wurde Sit­zungs­prä­si­dent Phil­ipp Kuhl­mann auf die Bühne ge­be­ten und von den Gar­de­tän­zern gleich drei­mal in die Luft ge­wor­fen. 
Dann wurde es noch ein­mal rich­tig laut: Die Köl­ner Par­ty­band Tante Käthe zog in schwarz-gol­de­nen Ba­de­män­teln zu Van­ge­lis’ „Con­quest of Pa­ra­di­se“ auf der Bühne ein. Zwei Frau­en und fünf Män­ner heiz­ten dem Pu­bli­kum mit Lie­dern wie „Nie mehr Fas­te­lo­vend“ oder „Eis­ge­kühl­ter Bom­mer­lun­der“ kräf­tig ein.
Bei der Zu­ga­be holte Tante Käthe den El­fer­rat der När­ri­schen Rit­ter auf die Bühne. Zu „Nach links, nach rechts“ wur­den alle zum Mit­ma­chen ani­miert. Bei der Syn­chro­ni­tät blieb zwar noch Luft nach oben, doch der Spaß war ga­ran­tiert. Tra­di­tio­nell stimm­te Kölsch Club zum Ab­schluss noch „Oos Hersch­ber Fast­nacht“ an.