Die „Närrischen Ritter Westerwald e.V.“ feierten ihre umjubelte 31. Herrensitzung als einen karnevalistischen Höhepunkt

Es hat sich schon lange im Westerwald und im Rheinland herumgesprochen, dass es für jeden Karnevalsfreund ein Muss ist in der Karnevalszeit die Herrensitzung der „Närrischen Ritter Westerwald“ zu besuchen. Demzufolge sind auch schon im Vorfeld die Sitzungen im „Haus Hergispach“ ausverkauft. Den Besuchern wurde auch in diesem Jahr genug Zeit zum Vorglühen gelassen, bevor das mit Karnevalskünstlern der ersten Klasse bestückte rasante Programm pünktlich um 14.11 Uhr loslegte.

Mit Hartmut Pfeifer verfügen die „Närrischen Ritter Westerwald“ über eine äußerst erfahrenen und versierten Sitzungspräsidenten und Moderator, der nun schon zum 27. Mal das närrische Auditorium begrüßte. So schaute er äußerst zufrieden in die voll besetzte Hergispachhalle, als er mit seinem Elferrat die Bühne betrat. Es war alles bestens angerichtet und die euphorische Stimmung schon zu Beginn wurde zusätzlich von der NICE PARTYBAND angeheizt, die mit ihrem fetzigen Sound, mal Malle, mal Kölle, mal Oldies, die Halle regelrecht rockten.

Mit dem ihm eigenen Stil begrüßte Hartmut Pfeifer in geschliffener Reimform die Gäste und eröffnete ein 4-stündiges Programm der Superlative, das auch höchsten Ansprüchen genügte. Die „Närrischen Ritter“ hatten sich zur diesjährigen Herrensitzung nicht lumpen lassen. Alles, was Rang und Namen im kölschen Karneval besitzt, war vertreten. Irrwitzige Akrobatik, musikalische Highlights, Redner, die den Saal zum Kochen brachten sowie die schon traditionelle Darbietung eines der bundesweit besten Tanzkorps ließen keine Sekunde Langeweile aufkommen. Einen Hauch von Sex-Appeal brachten die Nummerngirls leicht bekleidet in die tobende Narrenarena.

Nachdem der Elferrat der „Närrischen Ritter“ auf der Bühne Platz genommen hatte, übernahm Sitzungspräsident Hartmut Pfeifer das Kommando und begrüßte die vielen befreundeten Vereine, Kegelclubs, Sportvereine, Musikvereine, Hobby-Mannschaften, Freunde und Cliquen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, doch was das Duo „Wollies Holliewald“ an Slapstick, Comedy, Grimassen und hoher Sangeskunst bot, riss schon zu Anfang alles von den Stühlen und wurde unter tosendem Applaus mit einer donnernden Rakete und einem dreifachen HUI WÄLLER gefeiert.

Nach dem hervorragenden Beginn heizten die „Schlappkappe“ die Stimmung weiter an, was nicht allzu schwer war, denn die vorgetragenen kölschen Hits kannte jeder und so sang der aufgeheizte Narrensaal lauthals mit.

Die Kölner Karnevalsikone „Ne Knallkopp“ ist im Kölner Karneval eine nicht wegzudenkende Größe. Mit seinen pointierten Witzen und seiner lethargischen Gestalt konnte man schon ahnen, dass er wahrscheinlich keine glückliche Ehe führte und mit seinem Schicksal haderte. Seine Logik? Echt hanebüchen. Hier ein Beispiel: morgens bin ich müde, weil ich nicht aus dem Bett komme, und abends komme ich nicht ins Bett, weil ich noch darin liege. Beim Knallkopp reihten sich total abstruse Geschichten vom Geschlechterkampf ohne Pause aneinander. Brüllendes Gelächter und ein Riesenapplaus verabschiedeten ihn von der Bühne.

Zu den besten deutschen Tanzformationen gehören die „Gülser Seemöwen“. Die mehrfachen deutschen Meister im Show- und Gardetanz legten einen akrobatischen, dabei sehr kraftvollen, jedoch synchronen Tanz aufs Parkett, der mehrmals Szenenapplaus herausforderte. Fast den Atem raubten die Flugeinlagen bis unter das Hallendach und so war es nicht verwunderlich, jedoch fast schon gnadenlos, als die tobende Narrenarena immer wieder eine Zugabe von den herausragenden Tänzerinnen forderten.

Ohne die „Kölsch-Fraktion“ ist der Karneval in Köln und im gesamten Rheinland einfach undenkbar.
Peter Horn, Mitgründer der „Höhner“ und seine Truppe begeisterten alle Narrenherzen mit den von ihm geschriebenen Hits wie „Echte Frönde“ „Hey, Kölle du ming Stadt am Rhing“ oder „Ich bin ene Räuber“ so sehr, dass die lachende Hergispacharena zu bersten schien.

Danach übernahm „Ausbilder Schmidt“ buchstäblich das Kommando. Stramm marschierte er ein, kurz und knapp seine Befehle. Als er in den Saal rief: „Moin, ihr Luschen“, antwortete der brodelnde Saal mit „Moin Chef“. Seine vorgetragenen Stories aus dem Soldatenleben erinnerten so manchen im Saal an die eigene Bundeswehrzeit.

Zu guter Letzt enterten „Die Mennekrather“ die Bühne. Diese Showband der Extraklasse spielte zum furiosen Finale ausgesucht. Hits, die jeder kannte. Diesem musikalischen Feuerwerk konnte niemand wiederstehen und so wurde diese Gruppe mit ihrem Feuer, das sie versprühten, mit standing Ovations verabschiedet. Mit dem furiosen Finale der Mennekrather war aber noch nicht ganz das Ende der Fahnenstange erreicht, denn die Nummerngirls hatten für ihre Jungs im Saal noch eine Überraschung.

Und zum guten Schluss lagen sich die Karnevalsfreunde, ob auf der Bühne oder im närrischen Auditorium, alle in den Armen, als Sitzungspräsident Hartmut Pfeifer seinen schon zur Tradition gewordenen Titel „Ohs Herber Fastnacht“ sang. Dies war, kurzum, ein würdiges Ende einer prachtvollen Auftaktveranstaltung des Karnevals in Herschbach.

Übrigens… die Planungen für die 32. Herrensitzung sind in vollem Gange und schon in Kürze präsentieren die „Närrischen Ritter“ ihr Programm 2021 auf ihrer Homepage.

Text: Hartmut Pfeifer

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